Annapurna Basecamp, Tempel und Entspannung
K-K-K-K-K-K Kathmandu, I think that`s where I am going to…
Seitdem unsere Reise nach Nepal feststand, hatte sich der Bob Seger Song als dicker, fetter Wurm in mein Ohr eingefräst. Das wird ein Spaß!
Vier Wochen sollten es werden, mit allem was dazu gehört: Berg, See, Nationalpark, Hauptstadt. Nach langer Recherche fanden wir eine deutsche Homepage, die Reiseunternehmen in Kathmandu vermittelte. Ein absoluter Glücksgriff. Wir hatten direkt einen total netten E-Mail Kontakt zu Pemba, dem Eigentümer des Unternehmens und bekamen nach unserer Buchung sogar ein Paketchen mit Bergkarten, Tee und Gebetsflaggen. Sehr süß.
# Das Erdbeben
Im April unseres Reisejahres bebte die Erde in Nepal. Eine schreckliche Naturkatastrophe. Tausende Menschen verloren ihr Leben, noch mehr hatten kein Dach mehr über dem Kopf, Gebäude und Wahrzeichen wurden zerstört oder waren einsturzgefährdet.
Wir hatten zu diesem Zeitpunkt bereits unsere Tour gebucht. Nachdem in den Nachrichten über das Beben berichtet wurde, versuchten wir sofort über alle möglichen Wege mit Pemba Kontakt aufzunehmen. Keine Chance – und wir machten uns große Sorgen.
Einige Wochen später meldete sich ein Mitarbeiter von ihm, der uns glücklicherweise mitteilen konnte, dass es der Familie gut geht. Pemba und seine Familie hatten alles stehen und liegen zu lassen um Hilfe zu leisten und mitanzupacken. Wir waren extrem erleichtert.
Allerdings stellten wir uns auch die Frage ob wir den Urlaub machen sollten oder nicht. Gar nicht so unbedingt weil wir Angst vor Nachbeben oder erneuten Beben hatten, sondern eher, weil wir keinen „Katastrophentourismus“ betrieben wollten. Es fühlte sich im ersten Moment echt komisch an. Pemba bat uns aber inständig zu kommen, es sei wichtig für die Menschen – das Land lebt zum größten Teil vom Tourismus. Da wir uns aber auf Einschränkungen einstellen müssten und noch unklar sei, ob wir überhaupt die geplante Route (Langtang) gehen können (wir sind dann kurzfristig auf die Route zum Annapurna Base Camp umgeschwenkt), gab er uns die Möglichkeit zu stornieren. Wir entschieden uns, den Urlaub wie geplant anzugehen. Im nachhinein absolut richtig!
#Kathmandu
Auf Katmandu habe ich mich besonders gefreut, denn ich mag das Chaos und den Staub asiatischer Großstädte. Wobei man schon sagen muss, dass Nepals Hauptstadt mit seinen knapp 1 Mio. Einwohner ein wenig aus der Rolle fällt und es auch dadurch weit nicht so nervenaufreibend ist wie Bangkok, Delhi oder Mumbai. Diese entspannte Variante finde ich aber auch echt nett.
Wir wohnten ein paar Tage im International Guest House im Ortsteil Thamel. Unser Doppelzimmer war sauber und völlig okay. Einziges Manko ist die Hellhörigkeit. Kein Wunder, denn die Wand zum Nebenmann bestand aus einem riesigen Gemälde auf einer gefühlt nur einen Millimeter dünnen Holzplatte. Etwas skurril, aber wir fühlten uns trotzdem wohl. Die Leute waren supernett, vor allem der schöne Garten im Innenhof hatte es uns angetan. Von hier aus starteten wir unsere Touren zu den Sehenswürdigkeiten.
# Things to do in Kathmandu
Mantras summen am Boudhanadh Stupa
Der Boudhanadh Stupa oder ganz einfach „Boudha“ ist eins der bekanntesten Wahrzeichen Kathmandus. Doch nicht nur das: neben dem Swayambhunath Stupa (Monkey Temple) ist es die wichtigste buddhistische Stätte Nepals. Also auf jeden Fall ein Must-See!
Der Boudha liegt ein paar Kilometer östlich von Kathmandu im Vorort Bodnath. Man kann ganz einfach mit dem Taxi aus der Stadt rausfahren oder auch eine geführte Tour buchen. Wir waren mit unserem Guide Pemba und einem Fahrer unterwegs.
Um den Stupa herum gibt es zahlreiche Cafés, Restaurants und Geschäfte. Vor allem auch aufgrund der Bedeutung für den tibetanischen Buddhismus sind die meisten Besucher Gläubige. Sie gehen mit gleichmäßigen Schritten im Uhrzeigersinn um das Wahrzeichen herum, summen ein Mantra, oder drehen die Gebetsmühlen. Man sieht neben den typischen roten Mönchgewändern, Menschen in traditionell tibetanischer Kleidung oder Jeans und Nikes. Dazu kommen Touristen aus allerlei Ländern. Eine spannende Mischung!

Swayambhunath Stupa (Monkey Temple)
Swayambunath ist eine recht große „Anlage“ im Nordwesten Katmandus und richtig schön auf einem Hügel gelegen. Der Tempel, so wird gesagt, ist einer der ältesten der Welt – er soll bereits seit ca. 2.500 Jahren als Pilgerstätte genutzt werden.
Seinen Zweitnamen „Monkey Temple“ hat Swayambhunath von den – man kann es sich schon denken – unzähligen possierlichen Äffchen, die das gesamte Gelände belagern. Im Vergleich zu den freilebenden Affen anderer Städte sind diese aber zurückhaltender. Sie haben sogar einen eigenen Swimmingpool. Wie angenehm.
Der schönste Weg zum Gelände zu kommen ist über eine große 365-stufige Treppe. Links und rechts säumen Buddhastatuen den Weg, bunte Gebetsfahnen flattern im Wind. Oben gibt es einen Platz mit zahlreichen Schreinen, die wie kleine Tempel aussehen. Um den Stupa herum befinden sich wieder zahlreiche Gebetsmühlen (genau 211 Stück). Eigentlich braucht man gar nicht viel schreiben. Lasst einfach die Bilder auf euch wirken!
Die Pagodentempelchen und Teiche von Bhaktapur
Bhaktapur ist ein niedliches, kleines Städtchen. Der Hauptbereich ist komplett aus Ziegelsteinen aufgebaut. Zusammen mit den typischen dunkelbraunen Holzbalken mit Schnitzereien und kupferfarbenen Applikationen sieht es aus als wäre alles von nur einer Person erstellt. Zumindest aber von Künstlern mit Geschmack.

Wir beginnen unsere Tour beim Töpfermarkt. Seite an Seite präsentieren Handwerker ihre Produkte. Es gibt jede Menge Buddha-Statuen, Schüsselchen, Kettchen und und und.
Dann geht es weiter über gepflasterte Straßen, durch enge Gässchen. Man sieht Frauen und Männer in typisch newarischer Tracht. Rund 170 Pagodentempel gibt es in Bhaktapur und über 50 kleine und grössere künstlich angelegte Teiche.
Der Königspalast ist ebenfalls sehr imposant anzuschauen. Wir erhaschen einen kurzen Blick auf den Mul Chowk mit seinen aufwändigen Metallarbeiten, Schnitzereien und Malereien. Den Hof betreten dürfen wir nicht, das ist alleinig Hindus vorbehalten.
Im gesamten Ort finden sich immer wieder kleine Gebäude, die besichtigt werden können. Aus unserer Sicht zählt Bhaktapur bei einem Aufenthalt in Kathmandu auf jeden Fall dazu!
Patan (Lalitpur)
Patan oder Lalitpur (auf Sanskrit: „Stadt der Schönheit“) liegt wie Bhaktapur im Kathmandutal. Es ist ca. 5 km von Kathmandu entfernt und super mit dem Taxi zu erreichen. Patan ist die dritte Königsstadt im Bunde, von daher gibt es auch hier wahnsinnig viele Tempel. Die meisten sind buddhistisch, denn früher war der Ort das Zentrum der buddhistischen Lehre.
Heute ist er vor allem für seine Künstler, Metallarbeiter und Holzschnitzer bekannt. Es macht wirklich Freude die tollen Schnitzarbeiten zu bestaunen.

Auch hier gibt es einen Durbar Square um den sich alles drapiert, auch und ein imposanter Königspalast darf ebenfalls nicht fehlen.
Ausgehen in Kathmandu
Exzessive Partys stehen bei Nepalurlaubern wahrscheinlich nicht ganz oben auf der ToDo-Liste. Dennoch gibt es ein paar echt gute und schöne Restaurants und Bars. Hier unsere Auswahl:
Achtung – jetzt folgt Werbung wegen konkreter Ortsnennung. Ist aber völlig unbezahlt und – das sei noch dazu gesagt – nur Olafs und meine Meinung.
Lecker Essen
Ganz besonders gerne mochten wir das Places. Es ist ein schönes Restaurant im Touriviertel Thamel. Der Service ist total aufmerksam aber nicht aufdringlich. Es gibt viele leckere Speisen, sowohl zum Frühstück als auch mittags und abends und Snacks. Man sitzt ganz gemütlich auf dicken Kissen – wir haben Stunden dort verbracht. Achtung: es werden keine Kreditkarten akzeptiert, also genügend Bargeld mitbringen!

Places 
Places
Ein ganz besonderer Spot in Kathmandu ist das Kaiser Café. Der Kuchen (ich hatte eine Zitronentarte) und der Kaffee sind lecker, atemberaubend ist aber eher die Gegend. Denn das Café liegt inmitten des traumhaften Garden of Dreams. Allerdings muss man Eintritt zahlen (2019: 200 NPR – das entspricht rund 1,60 Euro).
Wenn Du mal keinen Bock mehr auf newarisches Essen hast und dich nach einer leckeren Pizza sehnst: wähle das Fire and Ice. Die Pizza ist superlecker und das Ambiente ist schön – allerdings eher europäisch. Auch die Preise sind angepasst :-).
Live Musik und Party
Unser absoluter Lieblings“tempel“ in Kathmandu ist das Purple Haze. Er liegt etwas versteckt und man glaubt gar nicht, was sich so im inneren der Hauses befindet.
An den meisten Tagen finden Live-Konzerte von lokalen Rockbands statt. Danach gibt es dann mehr oder weniger rockige Musik vom Band.

Purple Haze 
Purple Haze
# Pokhara
Pokhara ist ein niedliches, ruhiges Städtchen mitten in Nepal. Hier landen vermutlich alle, die zum Annapurna-Basecamp oder den Circuit trekken wollen.
Von Kathmandu sind es etwa 200 Kilometer oder acht Busstunden (inklusive Pausen). Damit hat sich die Frage wie wir nach Pokhara gekommen sind bereits erübrigt! Man kann aber auch fliegen.
Den richtigen Bus zu finden war eine recht spannende Angelegenheit. Wir wurden von Pemba begleitet, ohne ihn wären wir auch aufgeschmissen gewesen. Es gibt zwar einen Stop, an dem alle Fernbusse halten, allerdings ohne irgendwelche Schilder etc. Pemba hat aber alles für uns gemanagt und so sassen wir irgendwann gemeinsam mit seinem Sohn Nawang, der uns auf der Tour begleiten sollte, im Luxusbus (Greenline) nach Pokhara.
Nach ein paar Minuten fuhren wir an einer meterlangen Menschenschlange vorbei. Ein Ergebnis der Energiekrise. Die Grenze zu Indien war blockiert, weshalb es ganz große Probleme gab, Gas und Benzin zu beschaffen. Ende vom Lied: jeder, der seine Gasflaschen auffüllen lassen wollte wartete Stunden, wenn nicht tagelang. Ausnahme waren Touristenbusse – was uns echt peinlich beschämte. Einmal mehr, dass uns auf unseren Reisen bewusst wurde, in welchem Schlaraffenland wir tatsächlich leben.

Zurück zur Fahrt: Irgendwie war es doch nicht ganz so schlimm wie wir zunächst dachten. Der Fahrer fuhr einigermassen zivilisiert, nur manche Straßenabschnitte waren ordentlich durchlöchert und es schaukelte gewaltig. Unser Tip: wer tendenziell schnell reisekrank wird, besser vorher was einwerfen!
Pausen macht man an mehr oder weniger einladenden Ständen und Restaurants neben der Strecke. Deshalb haben uns meist dazu entschieden lieber nichts zu essen.

In Pokhara angekommen checkten wir in unserem Hotel an der Lakeside ein. Das Zimmer war – wie hier üblich – recht spärlich eingerichtet aber sauber. Das angrenzende Restaurant auch völlig in Ordnung.
Die Hauptattraktion in Pokhara ist mit Sicherheit Lake Phewa. Der See ist umringt von grünen Hügeln und man kann – solange es nicht durchgehend neblig ist – die Bergspitzen des Himal sehen. Auf einer kleinen Insel im See befindet sich der hinduistische Tal Barahi Tempel (Kann per Boot angesteuert werden). Ganz besonders hübsch aber ist der Biswo Shanti Stupa (World Peace Pagoda) auf einem Hügel in der Nähe von Pokhara. Hier muss man aber bis zu einem halben Tag einplanen, je nachdem, ob man zu Fuß, per Boot oder mit dem Taxi dorthin möchte.
Für den späten Nachmittag eignet sich das flanieren entlang der kleinen Geschäftchen oder der Seepromenade. Hier gibt es alles: vom Supermarkt mit nepalischem Kölsch bis hin zu Klamottenläden oder Krimskrams. Langweilig wird es nicht. Außerdem sind ein paar echt coole Bars am Start.
Unsere Lieblinge in Pokhara:
Olive Café
Schönes Cafe auf zwei Ebenen mit leckeren Snacks und Getränken. Wir haben total gemütlich auf dem Balkon im ersten Stock gesessen. Ganz entspannt – easy going!

Busy Bee
Im Busy Bee waren wir eigentlich immer spät abends um noch etwas zu trinken und ein wenig den Bands zu lauschen. Fast jeden Abend spielt hier eine Live-Band und die sind echt gut!
Roadhouse Café
Typisch italienisches Restaurant mit Pizza, Pasta, Salaten. Man kann dort sehr gemütlich sitzen. Und vor allem nach der Base Camp Tour mit x-Tagen Dal Bhat eine gern gesehene Abwechslung 🙂

# Tagebuch: Route zum Annapurna Base Camp
#1 Pokhara – Nayapul – Tikedhunga
#2 Tikedhunga – Ghorepani
#3 Poon Hill (Exkursion)
#4 Ghorepani – Tadapani
#5 Tadapani – Chomrong
#6 Chomrong – Bamboo
#7 Bamboo – Himalaya
#8 Himalaya – Machapuchhare Base Camp (MBC)
#9 MBC – Annapurna Base Camp (ABC)
#10 Der Abstieg & Jindhu
#1 Los geht`s!
Route: Pokhara – Nayapul – Tikedhunga
Um 8:00 Uhr geht es für uns los. Anders als geplant fahren wir nicht mit dem Jeep bis nach Hile sondern nur bis Nayapul. Von dort aus gehen wir zu Fuß weiter. In Birethanti gibt es den ersten Checkpoint, bei dem wir die Trekking Licenses vorzeigen müssen. Die Etappe führt uns heute bis nach Tikedhunga. Wir schleppen nur unsere Tagesrucksäcke, unser Gepäck wird von Deepak getragen. Pemba hat ihn extra aus der Everest-Region einfliegen lassen um ihn einen Job zu verschaffen. Er war wohl tiefbeeindruckt, dass Deepak, obwohl selber vom Erdbeben betroffen, erst den Menschen geholfen hat, die in noch schwierigeren Lagen waren. Pemba stammt ebenfalls aus der Everest-Region und hat diese Informationen über den „Flurfunk“ erhalten. Deepak. Es ist wirklich erstaunlich, wieviel Energie das kleine, schmächtige Kerlchen hat!
Nun, unsere 4er Truppe setzt sich so langsam in Gang. Großes Ziel: Annapurna Base Camp. Die heutige Route ist sehr sehr schön. Die Wege sind von kleinen Bachläufen und Flüssen gesäumt und wir gehen oft über kleine Brücken. Am Straßenrand stehen ab und an Verkäufer mit Orangen, Äpfeln oder anderem Obst. Mittags machen wir Rast in einem kleinen Restaurant. Auf dem weiteren Weg begegnete uns dann der Horror der nächsten Tage: Treppenstufen! Und das in jeglicher Höhe und Breite…
Als wir nach einigen Verschnaufpausen in Tikedhunga angekommen sind, freuten wir uns sehr auf das Bett. Trotzdem ziehen wir noch einmal los, um ein paar Bilder zu machen.
Wir wohnen in einem kleinen Raum mit zwei Betten. Duschen uns Toiletten sind draußen. Im Zimmer hört man alles. Die Wände sind supersuperdünn, man denkt immer, dass die gesamte Hotelbelegschaft bei einem im Zimmer steht. Aber egal. Wir sind platt von den Eindrücken des ersten Tages und schlafen schnell.

#2 „I bims der Treppenstufe“
Route: Tikedhunga – Ghorepani
Schon der zweite Tag ist der Horror schlechthin. Im nachhinein ist es in der Tat der schlimmste Tag der gesamten Wanderung. Insgesamt gehen wir sechs Stunden Treppenstufen. Keine geraden Wege, ausschließlich Treppenstufen. Kleine, große, schmale, breite. Treppenstufen, Treppenstufen und nochmals Treppenstufen. I bims der Treppenstufe. Es ist echt Psycho.

Ghorepani, das kleine Dörfchen, wo wir hingehen liegt auf 2.874m. Das bedeute: rund 1.300 Höhenmeter auf 8,7 Kilometer verteilt. Wir müssen unzählige Verschnaufspausen machen – mental hangeln wir uns von Pause zu Pause. Na das kann ja was geben… Was uns allerdings – neben den Pausen – auch noch durch den Tag rettet sind die schnuffeligen Muliherden und die unfassbar tolle Landschaft mit den zahlreichen im Wind wehenden Gebetsfahnen.
Wir übernachten im „The Sunny Hotel“. Es ist ein ziemlich großes Gästehaus, was auch daran liegt, dass Poon Hill eine der Hauptattraktionen auf unserer Route ist. Bei Sonnenaufgang soll man einen supertollen Blick auf Annapurna I, Annapurna South, Fishtail und die anderen Himal haben. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen.
Im „Sunny“ wohnen in einem kleinen Häuschen, sogar mit eigenem Bad. Mega! Es ist im Raum allerdings so unfassbar kalt, dass ich auf meinen Klamotten schlafe, damit diese morgens zum Anziehen einigermaßen warm sind. Ich bin heute noch begeistert von dieser großartigen Idee!
Als Entschädigung für die Strapazen des Tages gibt es für alle lecker Bierchen am Feuerofen. Es ist richtig gemütlich. Bis auf die ein wenig wild anmutenden Gasleitungen. Aber darüber schauen wir einfach schnell hinweg. Nicht soviel nachdenken…
Abends wird mir noch von mehreren Leuten die Knoblauchsuppe angepriesen. Soll supergut gegen die Höhenkrankheit sein. Da es meine größte Sorge ist mit Höhenkrankheit im Hubschrauber abtransportiert werden zu müssen, bestelle ich sie natürlich. Und bekomme am nächsten Tag das Verbot jemals wieder Knoblauchsuppe zu essen. Leider ist es so: diese megamäßigen Mengen Knoblauch (ich glaube es war mehr Knoblauch als ich in den vorherigen Jahren zusammengerechnet gegessen habe) müssen irgendiwe ausgedünstet werden. Will heißen: unsere Bude war am nächsten Morgen nicht nur bitterkalt sondern stank auch wie eine Knoblauchfabrik. Es war wirklich schlimm!
#3 Sonnenaufgang im Nebel
Exkursion zum Poon Hill
Um 4:00 Uhr klingelt der Wecker. Absolut nicht meine Zeit. Es ist noch dunkel und bitterkalt. Ohne Kaffee und Frühstück geht bei mir eigentlich gar nichts. Ich schiebe mir zumindest einen Schokoriegel rein, damit ich nicht allzu schlechtlaunig unterwegs bin. Nach einer Katzenwäsche setzen wir uns langsam in Bewegung – und mit uns gefühlt die gesamten Hostels der Umgebung. Im Entenmarsch zieht sich also eine meterlange, mit Taschenlampen bestückte Schlange Touris durch die Gegend. Der Aufstieg dauert nur 1,5 Stunden und besteht aus…..
…RICHTIG! Treppenstufen…
Oben angekommen versorgen wir uns erstmal mit warmem Tee. Den gibt in einem kleinen „Büdchen“ (das sagt man in Köln, ich glaube ansonsten wohl eher Kiosk). Außerdem hat es noch ein paar Sitzgelegenheiten und eine Art Ausguckturm, auf den man hochgehen kann. Gleichzeitig empfängt uns die große Enttäuschung: Nebel. So früh aufstehen, über eine Stunde Treppenstufen und dann nichts als Nebel? So ein Mist. Wir bleiben trotzdem volle zwei Stunden, kippen uns Unmengen Tee rein und machen ein paar Bilder.
Fast wollen wir schon aufgeben, als die Nebeldecke aufreißt und uns endlich mit einen Blick auf die majestätisch anmutenden Gipfel der Berge beschenkt. Es ist der Wahnsinn! Wir können uns gar nicht sattsehen und machen unzählige Bilder. Hier sind nur ein Bruchteil davon:
Den restlichen Tag verbringen wir mit schlafen, essen und rumgammeln.
#4 Loads of Bamboo and „Bachflusses“
Route: Ghorepani – Tadapani
Der Morgen kam dann doch etwas früher als gedacht und wir kommen wieder erst eine Stunde später los als geplant. Natürlich gab es auch heute Stufen, doch lange nicht so viele wie vorher. Der Weg war total schön. Er führte durch einen dicht bewachsenen Urwald mit Eichen, Pinien, Farnen und später auch Bambus.
Eine ganze Zeit sind wir an einem kleinen Bachfluss (Eigenkreation= zu groß für einen Bach, zu klein für einen Fluss) entlanggegangen mit kleinen Wasserfällen und moosigen Anschnitten.
Das Dörfchen Tadapani ist sehr niedlich. Wir haben wieder ein Zimmer ohne Facilities, aber da gewöhnt man sich auch schnell dran.
#5 Auf und ab
Route: Tadapani – Chomrong
Morgens hatte Olaf eine Begegnung mit eine (O-Ton) Rieeeeesenfledermaus. Sie hatte sich wohl als Schlafplatz die Dusche ausgesucht. Auf jeden Fall war er nach dem Schreck gut wach und wir konnten schnell weiterziehen. Heute geht es nach Chomrong. Der Ort liegt etwas tiefer auf knapp über 2.130m. Man freut sich und stellt sich auf einen entspannten Walk ein. Weit gefehlt. Auf eine geringere Höhe zu gehen bedeutet nicht, dass es zwischendurch nicht auf und ab geht. Die Strecke ist wieder wunderschön: dicht bewachsener Wald, Hängebrücken, kleine Bäche, Steine und Stufen. Unterwegs treffen wir auf einige andere Trekker, Porter oder Locals und natürlich Büffelherden, Mulis und Ziegen.
#6 Feels like Wonderland
Route: Chomrong – Bamboo
Es heißt, dass nach Chomrong der eigentliche Aufstieg beginnt. Wir sind sehr gespannt, wie es am Anapurna Base Camp ist. Heute sind wir wieder durch verwunschenen Wald unterwegs. Es ist ein Gefühl, wie im Märchen. Oder wie Alice im Wunderland. Fehlt nur noch der Weiße Hase. „Oh dear, oh dear, I shall be too late!“
Unser nächstes Camp hat den schönen Namen „Bamboo“. Wie der Name vermuten lässt wandern wir durch dichte Bambusbewuchse mit dünnen bis hin zu ganz dicken Stängeln.

Auf dem Weg sehen wir Schilder, die davor warnen, kein Fleisch (jeglicher Art) mitzunehmen. Die Menschen hier oben essen keinerlei Fleisch. Maximal am Festival, denn die geopferten Tiere werden schließlich zubereitet und verzehrt.

Der Campname verspricht dann doch mehr als er hält. Es wirkt ein wenig unaufgeräumt und abgewrackt. Die Leute sind aber ultranett. Die meiste Zeit des Tages gehen sie ihrer Lieblingsbeschäftigung „abhängen“ nach. Stundenlang beobachten sie die Umgebung per Fernglas und freuen sich ständig den Wolf, wenn sie im Berg eine Ziege oder etwas ähnliches erspähen können.
#7 Berg-Blues
Route: Bamboo – Himalaya
Natürlich sind wir morgens mal wieder etwas knapp in der Zeit und kommen erst gegen 8:30 Uhr los. Neben zahllosen Treppenstufen kommt nun auch die dünnere Luft zum tragen. Wir sind total schnell außer Atem und machen fast alle 1,5 Stunden eine etwas längere Pause, bis wir wieder einigermaßen beisammen sind.
Im Himalaya angekommen pellen wir uns erstmal aus den nassgeschwitzten Klamotten. Es gibt leckeres Dal Bhat und ich bekomme sogar noch eine extra-Portion.

Irgendwann kommen dann auch die Lebensgeister zurück, die Hirnfunktion ist wieder auf normalem Level und man will nicht mehr jeden erwürgen, der einem entgegenkommt. Allerdings veranlasst die vermehrte Hirntätigkeit zum Nachdenken. Was nicht immer von Vorteil sein muss: denn ich bekomme die erste Vollkrise. Nach meiner Berechnung legen wir morgen 800 Höhenmeter zurück und übernachten auch auf dieser Höhe. In allen Reiseführern steht, dass man weniger machen oder aber zum Übernachten wieder ein Stückchen zurück gehen sollte. Ich also völligst in Tränen aufgelöst zwischen Olaf und Nawang, die versuchen mir gut zuzureden. Nawang erklärt, dass wir unterwegs bereits eine super Höhenanpassung gemacht haben und nichts passieren wird. Irgendwann sehe ich dann ein, dass alles gar nicht so schlimm ist.
Um mich aufzuheitern bringen Deepak und Nawang mir zwei prima Kartenspiele bei und ich muss für die Laune einen nepalesischen Whiskey trinken. Schmeckt nur so semi-gut aber ich bin wieder voller Hoffnung NICHT mit dem Heli abtransportiert werden zu müssen.
#8 Schroff und neblig
Route: Himalaya – Machapuchhare Base Camp (MBC)
Der Aufstieg zum Machapuchhare Base Camp (MBC) bringt einen krassen Landschaftswechsel mit sich. Die Gegend wird immer schroffer und steiniger mit Gras- und Moosbewuchs. Wir gehen eine ganze Zeit an einem Fluss entlang.
Links und rechts säumen den Weg kleine Wasserfälle – und – wir kommen der Schneegrenze immer näher. Je weiter wir richtung MBC gehem, desto spookyer wird es: eine dichte Nebelwand rollt auf uns zu und es wird schlagartig kälter. Irgendwann hüllt uns der Nebel so krass ein, dass wir kaum die eigene Hand erkennen. Man kann sich so ganz gut vorstellen, wie schnell hier in den Himal das Wetter umschlägt und auch echt gefährlich werden kann.
Einen kurzen Moment klärt das Wetter nochmal auf und wir erhaschen einen grandiosen Blick auf die Bergwelt.
Trotzdem sind wir heilfroh, als wir am MBC ankommen. Da es so ultrakalt ist wärmen wir uns mit literweise Tee auf. Das Leben hier oben spielt sich hauptsächlich im Aufenthaltsraum ab. Hierhin geht man zum surfen, lesen, stricken, quatschen oder einfach abhängen.
Heute haben wir uns zu einer Planänderung unserer Reise entschieden. Da wir mit privatem Guide unterwegs sind ist das ohne Probleme möglich. Nach Beratung von Nawang werden wir nicht zwei Tage om Annapurna Base Camp bleiben, sondern vom MBC aus im Morgengrauen dorthin aufbrechen – quasi als Exkursion – und dann in den Abstieg übergehen. Dafür besuchen wir außerplanmäßig die Hot Springs in Jinhu und haben ganz zum Schluss noch einen Tag mehr in Kathmandu. Super Idee!
Nachteil ist allerdings, dass die Idee „Exkursion“ bedeutet, dass wir um 3:30 Uhr aufstehen müssen, um pünktlich zum Sonnenaufgang am Annapurna Base Camp (ABC) zu sein…
#9 Der frühe Vogel…
Route: MBC – Annapurna Base Camp (ABC)
Natürlich war nichts mit 3:30 Uhr aufstehen – wir starten mit ein wenig Verspätung – alles andere wäre aber auch ein Wunder gewesen.
Der Aufstieg dauert ca. 1,5 Stunden, ist aber total einfach und besteht nur aus smoothen Wegen oder ein wenig kraxeln. Blöd ist, dass es noch dunkel ist und die Stirnlampe nur recht kleine Spots ausleuchtet. Aber es geht alles gut.
Und wahrhaftig um 5:30 Uhr stehen wir schließlich vor unserem Ziel: Dem Annapurna Base Camp auf 4.310m Höhe. Wir haben es geschafft!!

# 10 Was hochgeht muss auch wieder runter oder:
Der Abstieg
Zum Abstieg haben wir denselben weg genommen wie zum Annapurna Basecamp aaaber mit einer kleinen, zu empfehlenden Änderung: Ein Bad in den heißen Quellen von Jhinu.
Wir wohnen in einem noch nicht ganz fertigen Gästehaus. Die gröbsten Arbeiten sind bereits getätigt und so ziehen wir in ein nigelnagelneues Zimmer mit Facilities. Wir sind so happy über die Annehmlichkeiten, dass wir gleich beschließen für zwei Tage da zu bleiben und ein wenig zu entspannen…
Den Rest der Route kennt ihr ja bereits, von daher überspringen wir das!

#Chitwan National Park
Nachdem wir einen Tag in Pokhara entspannt und uns eine Ayurvedische Massage gegönnt haben, geht es mit dem Bus zum Chitwan Nationalpark. Die Fahrt dauert ab 6 Stunden, je nachdem, wie die Straßenbeschaffenheit zur Reisezeit ist oder sonst irgendwas dazwischen kommt. Bei uns kam eine Feierlichkeit dazwischen. Diejenigen, die schonmal in Nepal oder anderen südasiatischen Ländern zu Besuch waren kennen das: alle, also wirklich ALLE, sind auf der Straße unterwegs, egal ob zu Fuß, mit Fahrrad, Mofa, Kutsche, Auto oder Bus. Es gibt tonnenweise Stände an den Straßenrändern, die bunten Krimskrams, Zuckerwatte oder sonstige Lebensmittel verkaufen. Auf jedem Fleckchen Wiese sitzen Menschen und picknicken. Ein totales Chaos und wir mit unserem Mega-Reisebus mittendrin. Es hat Ewigkeiten gedauert, bis wir da durch waren, aber gut, was will man machen.

Wir wohnen für zwei Nächte in der Jungle Safari Lodge. Ein ziemlich großes Hotel, mit sewhr sauberen Zimmern und einem liebevoll angelegten Garten. Wir werden direkt mit einem Snack versorgt und planen das Programm für den nächsten Tag. Wir haben uns für einen Spaziergang durch den Park und eine Kanutour entschieden.
Abends schlendern wir nur ein wenig durch das Dorf (Sauhara). Es gibt einige Souvenirshops, die Papier aus Elefantendung oder Honig aus der Region verkaufen. Abends schauen wir uns noch eine Vorführung im Tharu Culture House an. Die Tharu lebten in den Urwäldern zwischen Nepal und Indien und entwickelten eine ganz eigene Kultur. Diese wird bei den Vorführungen getanzt und besungen. Hier ist über die Tharu vor allem bekannt, dass sie eine starke Resistenz gegenüber Malaria haben, was wohl auf ihre Genetik zurückzuführen ist.
Der Chitwan Nationalpark wurde Anfang der 70er gegründet. Heute zählt er zum UNESCO Welterbe. Etwa 70 Prozent des Geländes sind bewaldet und es sind über 50 unterschiedliche Grasarten zu bestaunen – der Botaniker hätte seine wahre Freude.
Vor allem aber ist der Park für sein Tierreichtum bekannt oder besser: für den „König des Dschungels“, den Bengalischen Tiger. Auf der gesamten Parkfläche (ca. 930km²) bewegt sich eine Population von 80-90 Tieren. Bedeutet, dass man die eh recht scheuen Kätzchen nur mit ganz ganz ganz viel Glück zu Gesicht bekommt. Anders verhält es sich da mit dem indischen Panzernashorn (ca. 600 Stück – allerdings immer noch stark von Wilderei bedroht) sowie über 40 Kleinkatzenarten, Antilopen, Kaninchen, Hörnchen, Schlangen, Waranen, Gelbkopfschildkröten, Sumpkrokodilen und über 500 Vogelarten.
Es lohnt sich zwei Touren im Park zu machen: einmal zu Land (zu Fuß oder mit dem Jeep) und einmal zu Wasser – man sieht komplett andere Arten und Vegetationen!
#Summary
Kurz zusammengefasst: es war gigantisch!
Nepal ist wirklich ein ganz tolles Reiseland. Es ist easy zu erkunden, die Infrastruktur ist recht gut und die Leute sind total nett und entspannt. Und das selbst in den schwierigen Zeiten, in denen wir dort waren.
Wir würden auch jedem empfehlen eine Bergtour zu machen. Man kommt zwar mindestens einmal an seine physischen und psychischen Grenzen (ich sag nur Treppenstufen) und muss auf Komfort verzichten, aber der Blick auf die schneebedeckten, majestätischen Gipfel des Himal, entschädigen mehr als einmal für alles was vorher war. Ein gigantisches Erlebnis!
Aber selbst ohne Bergtour lohnt sich ein Besuch dieses tollen Landes in Südasien. Wir freuen uns schon auf die nächste Reise!
Namaste!


































































































































































































































